Deutsche elite


18.01.2021 21:31
Elitenforscher: Die deutsche Elite wird immer homogener
Selbst dort, wo die Elite sich verhltnismig international zusammensetzte -in Grobritannien und in der Schweiz, ist der Hhepunkt der Internationalisierung vorbei. Hartmann: Es gab ein kurzes Zeitfenster, da war die Wirtschaft wirklich angeschlagen, da htte man strkere Regulierungen wahrscheinlich durchsetzen knnen. Ganz salopp gesagt: Manager bewegen sich heute in puncto Internationalitt ungefhr auf dem Niveau, wie es Fuballspieler Mitte der 70er-Jahre taten. Damit zhlte es zu den 100 grten Konzernen Deutschlands. Im internationalen Vergleich ist das immer noch sehr offen. Brigens gilt das auch fr die universitre Ausbildung: Nach wie vor sind es nur sehr wenige Spitzenmanager, die an Topuniversitten im Ausland studierten. Im Kabinett Kern stammte sogar etwa die Hlfte der Minister aus der Arbeiterklasse. In seinem aktuellen Buch legt er dar, inwiefern die Elite heute weiter von der Gesamtbevlkerung entfernt ist und wie weitreichend die Folgen sind, die diese Entwicklung nach sich zieht. In der Wirtschaft sind Menschen mit auslndischen Wurzeln (13,8 Prozent) fast dreimal so hufig vertreten wie Ostdeutsche (4,7 Prozent).

Das hat in vielen Lndern damit zu tun, dass ihre Vermgen berproportional gewachsen sind. Die Elite in Deutschland bekennt sich einheitlich zur Einwanderung und zur strkeren ffnung der nationalen Grenzen. Herkunft prgt unser Denken und Handeln eben in einem sehr hohen. Die Elite wohnt anders, geht in andere Schulen, reist anders. Hartmann: Hier ist es so hnlich wie in Skandinavien: Der Trend ist derselbe, aber der Ausgangspunkt war ein anderer.

Diese Aussage ist fast noch skandalser als die Hinterziehung selbst. Hlt die Demokratie das nicht aus? Hartmann: In der Kombination von Wahlenthaltung und Erstarken des Rechtspopulismus drohen autoritre Lsungen. Er, der nach der Bankenkrise ffentlich immer wieder vehement einen Kulturwandel in den Banken gefordert hat, hat gleichzeitig, um Steuern zu sparen, eine ber vier Millionen Euro teure Luxusimmobilie in London ber Briefkastenfirmen in der Karibik erworben. Die Elite rekrutiert bevorzugt Menschen, die so sind wie sie selbst.

Anders als etwa Boris Becker oder der Vater von Steffi Graf, die sich ebenfalls wegen Steuerhinterziehung verantworten mussten, zhlen Dibelius, Sommer, Wrth, Zumwinkel, aber auch Hoene als Prsident des FC Bayern Mnchen, der aus dem Amt geschiedene CDU-Schatzmeister und frhere nordrhein-westflische. Die Debatte wurde oft emotional gefhrt, eine solide Zahlengrundlage fehlte. Was knnte zu mehr sozialer Durchlssigkeit fhren? Bei vier von fnf Antwortoptionen geht es darum, dass die mangelnde Vielfalt per se ein Problem ist, was beispielsweise Gerechtigkeit und Funktionalitt angeht. Die Forscher belieen es bei ihrer Untersuchung nicht bei einer Bestandsanalyse. Diese Einstellung trennt sie von der brigen Bevlkerung, die sehr heterogen zu diesen Themen steht. Es sei die erste reprsentative Befragung zu gesellschaftlicher Vielfalt, sagte einer der Studienleiter, der Politologe Lars Vogel von der Uni Leipzig, bei der Prsentation am Montag. Noch weniger befrworten eine Migranten", 28 Prozent. Den globalen Wettbewerb unter Managern gibt es nicht. Hnliches lsst sich auch bei weiteren Skandalen der letzten Zeit feststellen.

Die Zahlen, die Vogel und seine Kollegen vorlegen, besttigen die Wahrnehmung, dass Ostdeutsche und Migranten weniger in Spitzenjobs vertreten sind, als es ihrem Bevlkerungsanteil entsprche. Er sprach von einem "riesigen Prominentenmalus weil er der Einzige sei von ber.000 Selbstanzeigen, "der in epischer Breite in der ffentlichkeit dargestellt" wrde. Fr die Studie wurden die Lebenslufe von 3600 Fhrungskrften in verschiedenen Sektoren wie Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Militr, Wissenschaft und Kultur analysiert. Eine Antwortoption lautet: Der geringe Anteil an Eliten ist ein Problem, weil Ostdeutsche damit das Gefhl haben, Brger zweiter Klasse zu sein. Beide Ansichten stehen nebeneinander.

Dass die wirtschaftliche Elite immer auf die Fe fllt, davon geht die breite ffentlichkeit sowieso aus. Branchen, karrieren verffentlicht in trend Ausgabe 36/2018 von. Die meisten Befragten gehen davon aus, dass keine Gegenmanahmen notwendig sind, da sich das Problem mit der Zeit von allein lst, 59 Prozent glauben das fr Ostdeutsche, 68 Prozent bei Migranten. Rechte Parteien wettern sehr gerne gegen eine so genannte globale Elite. Einer der angesehensten Journalisten des Landes, der langjhrige Chefredakteur und Mitherausgeber der "Zeit Theo Sommer, ist von einem Hamburger Gericht wegen Steuerhinterziehung in Hhe von 649.000 Euro zu einer Bewhrungsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten verurteilt worden.

Erst enttuschte Whler vor allem der Linksparteien haben den Aufschwung des Rechtspopulismus mglich gemacht. Hartmann: Ich hatte in vielen Gesprchen mit Managern nach 2008 zunchst das Gefhl, dass sich etwas in den Kpfen tut. Die Mehrheit der Befragten sieht keinen dringenden Handlungsbedarf, eine" fr Ostdeutsche oder Migranten wird mehrheitlich abgelehnt. Man wollte ein bisschen Einsicht zeigen, das schon. Das "mittelstndische Unternehmen dessen Leitung er 1981 als Vorstandschef bernahm, hatte aber schon Ende der 1970er Jahre einen Umsatz von deutlich ber drei Milliarden Euro und mehr als.000 Beschftigte. So stilisierte sich der Erbe, langjhrige Vorstands- und jetzige Aufsichtsratsvorsitzende des Otto-Konzerns, Michael Otto, in einem vom "Manager Magazin" im November 2011 gefhrten Gesprch mit dem Schauspieler Kevin Costner zum Selfmademan, der "ein mittelstndisches Unternehmen zu einer groen Unternehmensgruppe weiterentwickelt" habe. Dass sie auch eine Rolle spielen, deutet der Soziologe Raj Kollmorgen von der Hochschule Zittau/Grlitz an: In Sektoren wie Wissenschaft oder Kultur ist die soziale Herkunft prgender.

Selbst in einem bevlkerungsreichen Land wie Deutschland sind das aber nur ein paar tausend Menschen, in sterreich ungefhr ein Drittel davon. Selbst Milliardenvermgen werden als Resultat eigener Leistung begriffen. Da wre niemand auf die Idee gekommen, von einem globalen Markt zu sprechen. Ihn bilden die Eliten aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Justiz. Hartmann: Manager argumentieren natrlich so, aber es stimmt nicht. Auf die Frage, ob die Lebenschancen im Wesentlichen vom Elternhaus abhngig seien, antworten fast genauso viele von ihnen mit Ja wie mit Nein. 2, besonders deutlich wird das bei der Frage, ob die sozialen Unterschiede in Deutschland gerechtfertigt sind oder nicht.

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